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Anleitung für 2-D und 3-D Schnur- oder Seilgrafik in Wohnräumen


Früher, also in den siebziger - Jahren, war es üblich und Mode, Fadengrafik-Arbeiten durch Anbringen von Nägeln auf einem Brett in Kreisform oder symmetrischen Anordnungen, mit Stahlfaden oder meist weissen Garn, über die Nägel untereinander zu verbinden. Solche Fadengrafiken oder Fadenspannbilder genannt, findet man zeitweilig noch bei den Eltern Zuhause oder in Brockenstuben, so wie in neueren Ausgaben von Fadengrafik-Anleitungen für Tischkarten.

Die Technik von damals ist immer noch die Ausgangslage für die Arbeiten von heute.
Ausgangslage ist meistens die Bezier-Kurve, da mit dieser Technik gleichmässige Kurven oder Bögen einfach und effektvoll zu gestalten sind.

      animiertes Beispiel


Die Idee heute ist, die flachen "Brettbilder" und Fertigungsideen zu räumlichen Bildern zu gestalten. Also weg von der Vorstellung, dass diese Bilder nur Flach auf Brettern, oder auf Tischkarten gestickt werden können. Raumbilder sind gefragt.

Die meisten Menschen leben in Räumen die von rechten Winkeln beherrscht werden. Also keine Bögen und Rundungen welche die strenge Architektur unterbricht und auflockert. Hier kommt die Bezier-Kurve zum Einsatz.

Die Bezier-Kurve ist nach Ihrem Erfinder benannt. Es ist die Grundlage von Vermessungsmethoden von mehreren Punkten. Mit einer ähnlichen Technik kannst Du geometrische Bögen gestalten. In jeden Winkel lassen sich mit dieser Technik runde Bögen oder räumliche 2-D oder 3-D Installationen anbringen.

Eine solche Kurve besteht immer aus einem frei wählbaren Winkel von zwei Schenkelmassen. Das bedeutet, dass der Winkel 45 Grad sein kann, oder 90 Grad oder wie auch immer. Auch die Länge der zwei Winkelschenkel ist frei wählbar und beeinflusst die Gestaltung der Kurve.


Anleitung Beispiel:

Du willst in deiner Wohnung eine 3D - Installation vornehmen mittels einer Bezier Kurve. Der Einfachheit halber, nehmen wir als Beispiel einen 45 Grad Winkel der in jedem Raum gegeben ist.

Bestimme als erstes die Grösse der Leisten die Du brauchst. Nehmen wir an, an die Wand kommt senkrecht eine Leiste von einem Meter und an die Decke waagerecht dazu eine Leiste von zwei Metern. Jetzt kannst Du die Abstände der Haken oder Ringschrauben für die Leisten berechnen.

Das Berechnen der Abstände zwischen den swissstrings ist einfach. Die Länge des Winkelmasses geteilt durch die Anzahl Haken / Agraffen oder Ringschrauben für die swissstrings, ergeben die Abstandsmasse zwischen den Haken / Agraffen oder Ringschrauben.

Je kleiner die Abstände zwischen den Haken oder Ringschrauben, desto filigraner wirkt es. Dabei ist auch zu beachten, dass der gewählte Durchmesser der swissstrings mit den Abständen der Haken und Hakengrössen im vernünftigen Verhältnis stehen. Eine 2 mm Schnur in einem 8 mm Haken sieht nicht sehr ästhetisch aus, daher sollte alles aufeinander abgestimmt sein.

Beispiel:
Hast Du zum Beispiel eine Leiste von 2 Metern Länge und eine Leiste von 1 Meter Länge die zusammen eine Bezier-Kurve darstellen sollen in Form einer 3D Raumfadengrafik, dann musst Du die Hakenanzahl bestimmen die Du verwenden willst. Nehmen wir an, Du willst 20 Haken setzen, teilst Du die Länge der Leiste durch die Anzahl Haken ( 200 cm : 20 = 10 cm) (100 cm : 20 = 5 cm) und so ergeben sich die Abstände zwischen den Haken.


Vermessungspunkte wählen: (Abbildung 1)
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Dabei muss noch beachtet werden, dass an den Enden der Leiste noch 2 bis 3 cm Reserve eingerechnet werden, damit die Haken das Holz am Ende der Leiste nicht spalten.

Grosse Objekte rechnen sich genau so. Hast Du eine 8 Meter Lange Raumdecke mit 4 Meter Breite für eine Bezier Kurve, ermittelst Du wieder den swissstrings Durchmesser und derer der Schrauben.
Schätze den Abstand den Du ermitteln willst und berechne diesen wie oben. Zum Beispiel: (800 cm : 50 = 16 cm) (400 cm : 50 = 8 cm) oder ( 800 cm : 100 = 8 cm) (400 cm : 100 = 4 cm).

Das ist die Grundlage aller Berechnungen zur Erarbeitung von dekorativen Bezier-Kurven. Jetzt geht's zur Montage.

Die meisten Anwender wohnen in Mietwohnungen, die man normalerweise nicht nach Laune verbohren kann.

Gehen wir von einer Bezier-Kurve aus die an beiden Winkellängen je 25 Haken oder Ringschrauben hat. Dies würde bedeuten, dass man 50 Löcher in den Beton bohren müsste, die man nicht sehen sollte. Das gäbe Instandsetzungsarbeiten die nicht nötig gewesen wären.

Somit sollte man sich für Konstruktion entscheiden, wo die Schrauben oder Haken sich auf einer vorgefertigten Schiene befinden. Im optimalen Fall ist das eine Aluminium Schiene, auf der die Haken oder Ringschrauben in den gewählten Abständen aufgeschraubt oder angeschweisst sind.
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Da dieser optimale Fall aus finanziellen Gründen bei den wenigsten gegeben ist, empfehle ich auf Hartholz auszuweichen. Weiches Holz wie Fichte oder Tanne sollten bei Konstruktionen, wo durch die swissstrings viel Zugkraft entsteht, auf keinen Fall verwendet werden, da sich die Haken oder Schrauben durch die Zugkraft lösen können. Aus Erfahrung kann ich Buchenleisten empfehlen.

Die Standardmasse der Buchenleisten in den Heimwerkmärkten ist meistens 2 cm mal 2 cm auf 2 Meter. Wenn Du Dich für die Farbe entschieden hast für das Holz, um es der Umgebung anzupassen, kannst Du anschliessend die Haken oder Ringschrauben in den gewählten Abständen einschrauben.

Zwischen den Schrauben oder Haken bohrst du am Anfang, ca. 10 cm einwärts ein passendes Loch für die Verschraubung an die Wand oder die Decke. Das gleiche in der Mitte und 10 cm vor dem Ende der Holzleiste. So kannst Du mit 3 Schrauben pro Leiste Deine Wand oder Deckenbefestigung machen und hast 44 weitere Löcher im Verputz gespart.
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Verwende beim Anziehen der Schrauben Unterlegscheiben, damit die Schraube nicht im vorgebohrten Loch versenkt wird und die Befestigung instabil wird. Benutze genügend grosse Dübel, da die Zugkraft der swissstrings in gespanntem Zustand beachtlich ist.

Empfehlenswert ist das Vorbohren der Haken oder Ringschraubenlöcher, da Hartholz eben hart ist und die Haken dadurch besser eingeschraubt werden können. Zudem wird der Spaltung des Holzes durch Vorbohren weitgehend vorgebeugt. Dazu reicht ein Bohrer der 1/2 des Durchmessers von der Schraube misst, damit die Schraube sich im Holz noch flott festbeissen kann.

Jetzt noch den Finish vornehmen. Die Unterlegscheiben farblich den Leisten anpassen, die Haken oder Ringschrauben ausrichten und die Leisten fertig montieren.

Jetzt kommt der eigentliche Effekt - die Bespannung mit swissstrings. ( animierte gif-Datei )

Befestige die swissstrings am äusseren Ende des Winkels am Haken oder der Ringschraube. Fahre mit dem Fortlauf der swissstrings durch den nächsten Haken/Ringschraube nach der Befestigung.
Ziehe die swissstrings durch die 2 nächsten Haken oder Ringschrauben, die vom gegenüberliegenden Winkel am nächsten sind hindurch und spanne ein wenig an. Jetzt zurück zum Ausgangspunkt der swissstrings auf der gegenüberliegenden Seite, beim 2. Haken/Schraube einhängen und durch die dritte Schraube/Haken auch hindurch, um auf die 3.und 4. Haken/Schrauben auf der gegenüber liegenden Seite wieder einzufädeln. Jetzt geht's zurück durch den 4. und 5. Haken/Schraube auf der gegenüberliegenden Seite usw.


Nach der vollständigen Einfädelung der swissstrings muss darauf geachtet werden, dass ziemlich viel Zug auf der Bespannung ist, da die swissstrings-Grafik erst so richtig zur Geltung kommt.

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Wenn Du also den Winkel genau im Lot anbringst, hast Du eine 2-D swissstrings-Grafik, da die swissstrings so aneinander liegen, dass Du die Installation von rechts und links betrachten kannst.

Wenn Du aber den Winkel seitwärts verschiebst, erhalten die aneinander liegenden swissstrings Luft und Raum und Du bekommst ein dreidimensionales Bild, da Du mit dieser Massnahme ein Körper im Raum erschaffen hast. Dann ist es ein 3-D Objekt, dass Du von allen Richtungen betrachten kannst.

Kleiner Tip: Überlege gut welche swissstrings-Befestigung Du an der Leiste anbringen willst. Agraffen und Ringschrauben braucht es meistens nur bei den elastischen swissstrings, oder bei Konstruktionen wo der Zug der Schnur vom Haken abgleiten würde. Ansonsten Du bei vorgenannten immer die ganzen swissstrings durch die Ösen ziehen musst, was sehr zeitintensiv ist. Bei den Haken musst Du nicht die ganzen swissstrings durch die Lasche ziehen, sondern nur einhängen und das erspart Dir ca. 75% der Zeit die Du für geschlossene Ösen aufwenden müsstest.

Die folgenden Abbildungen sollen Dir zur Inspiration verhelfen und zu mutigen Taten bewegen. Mit ein bisschen Übung und positiven Denken ist eigentlich fast alles möglich.


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